Räumungsverfahren in Hessen: Kündigung und Mieterschutz
Leitfaden zum Kündigungsschutz und Räumungsverfahren in Hessen. Erfahren Sie mehr über ordentliche Kündigung, fristlose Kündigung und Sperrfristen bei Umwandlung.
Rechtlicher Haftungsausschluss
Diese Inhalte dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken. Sie stellen keine Rechtsberatung dar und sollten auch nicht als solche herangezogen werden. Gesetze ändern sich häufig – überprüfen Sie immer die aktuellen Vorschriften und konsultieren Sie einen zugelassenen Anwalt in Ihrem Zuständigkeitsbereich für eine auf Ihre Situation zugeschnittene Beratung. Landager ist eine Immobilienverwaltungsplattform, keine Anwaltskanzlei.Informationen zuletzt verifiziert: April 2026.
Hessen ist ein Land mit starkem Mieterschutz, insbesondere in den Ballungsräumen Frankfurt, Wiesbaden und Kassel. Vermieter müssen bei der Kündigung eines Mietverhältnisses strenge formale Anforderungen und landesspezifische Regelungen (z. B. Sperrfristen) beachten, um Räumungsverfahren rechtssicher durchzuführen.
Rechtlicher HaftungsausschlussDieser Leitfaden bietet allgemeine rechtliche Informationen. Mietgesetze können sich ändern. Konsultieren Sie immer einen zugelassenen Notar oder Anwalt in dieser Region.
Ablauf des Räumungsverfahrens in Hessen in hesse
Prüfung der Gründe
Liegt Eigenbedarf oder eine Pflichtverletzung vor?
Zustellung der Kündigung
Schriftliche Kündigung mit Begründung (am besten per Boten).
Räumungsklage
Einreichung beim zuständigen Amtsgericht (z.B. Frankfurt).
Räumungstitel
Erhalt des Urteils zur Räumung der Mietsache.
Vollstreckung
Durchführung durch einen hessischen Gerichtsvollzieher.
Rechtmäßige Kündigungsgründe
In Hessen kann ein Mietverhältnis nur beendet werden, wenn der Vermieter ein „berechtigtes Interesse“ hat.
1. Eigenbedarf (§ 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB)
Der Vermieter benötigt die Wohnung für sich selbst oder nahe Angehörige.
- Wichtig in Hessen: Wenn eine Mietwohnung in eine Eigentumswohnung umgewandelt und dann verkauft wurde, gilt in vielen hessischen Kommunen (wie Frankfurt) eine Kündigungssperrfrist von 8 Jahren (§ 577a BGB). Innerhalb dieser Zeit ist eine Eigenbedarfskündigung gesetzlich ausgeschlossen.
2. Pflichtverletzung des Mieters
Sowohl fristlose als auch ordentliche Kündigungen sind möglich bei:
- Zahlungsverzug: Ein Rückstand von zwei Monatsmieten ermöglicht die fristlose Kündigung.
- Störung des Hausfriedens: Massive Verstöße gegen die Hausordnung nach Abmahnung.
Gesetzliche Kündigungsfristen
Für den Vermieter gelten in Hessen die bundesweiten Fristen:
- Wohndauer bis 5 Jahre: 3 Monate Frist.
- Wohndauer über 5 Jahre: 6 Monate Frist.
- Wohndauer über 8 Jahre: 9 Monate Frist.
Formvorschriften
Jede Kündigung muss zwingend:
- Schriftlich abgefasst sein (keine E-Mail, kein Fax).
- Die Unterschrift aller Vermieter im Original tragen.
- Den Kündigungsgrund detailreich erläutern.
- Den Hinweis auf das Widerspruchsrecht des Mieters (Sozialklausel gemäß § 574 BGB) enthalten.
Das gerichtliche Verfahren
Zieht der Mieter trotz wirksamer Kündigung nicht aus, darf der Vermieter nicht eigenmächtig handeln (Verbot der Selbsthilfe).
- Räumungsklage: Muss beim zuständigen Amtsgericht am Ort der Immobilie eingereicht werden.
- Dauer: Ein Verfahren in hessischen Metropolen kann zwischen 6 und 12 Monaten dauern.
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Quellen & offizielle Referenzen
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