Räumungsverfahren in Bremen: Kündigungsfristen, Gründe und Abläufe

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Ein vollständiger Leitfaden zu Räumungen in Bremen, Deutschland. Verstehen Sie die erforderlichen Kündigungsfristen, gültigen Gründe (Eigenbedarf) und die Abläufe von Räumungsklagen.

Melvin Prince
5 Min. Lesezeit
Verifiziert May 2026Deutschland flag
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Rechtlicher Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken. Sie stellen keine Rechtsberatung dar und sollten auch nicht als solche herangezogen werden. Gesetze ändern sich häufig – überprüfen Sie immer die aktuellen Vorschriften und konsultieren Sie einen zugelassenen Anwalt in Ihrem Zuständigkeitsbereich für eine auf Ihre Situation zugeschnittene Beratung. Landager ist eine Immobilienverwaltungsplattform, keine Anwaltskanzlei.Informationen zuletzt verifiziert: May 2026.

Das deutsche Mietrecht bietet Mietern von Wohnraum einen äußerst umfassenden Schutz. Die Beendigung eines unbefristeten Mietverhältnisses ist bewusst schwierig und streng durch das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) geregelt, das ursprünglich am 1. Januar 1900 in Kraft trat. Als Vermieter in Bremen müssen Sie den Unterschied zwischen ordentlicher und außerordentlicher Kündigung verstehen, um ein Mietverhältnis rechtmäßig zu beenden, ohne schwere Strafen zu riskieren.

Rechtlicher HaftungsausschlussDieser Leitfaden bietet allgemeine rechtliche Informationen. Mietgesetze können sich ändern. Konsultieren Sie immer einen zugelassenen Notar oder Anwalt in dieser Region.

Ordentliche Kündigung (Ordentliche Kündigung)

Um eine ordentliche Kündigung auszusprechen, muss ein Vermieter ein berechtigtes Interesse nachweisen, wie in § 573 BGB dargelegt.

Ein Vermieter kann einen Vertrag nicht einfach kündigen, weil er einen anderen Mieter wünscht oder die Immobilie zu einer höheren Miete neu anbieten möchte.

Gültige Kündigungsgründe

GrundBeschreibung
EigenbedarfDer Vermieter benötigt die Wohnung dringend für sich selbst, ein direktes Familienmitglied oder ein Mitglied seines Haushalts.
Wesentliche VertragsverletzungDer Mieter verstößt wiederholt gegen den Mietvertrag (z.B. ständige Zahlungsverzögerungen, erhebliche Ruhestörungen, unerlaubte Untervermietung).
Wirtschaftliche VerwertungDie Fortsetzung des Mietverhältnisses würde den Vermieter an einer angemessenen wirtschaftlichen Verwertung des Grundstücks hindern (eine sehr hohe Hürde vor Gericht).

Gesetzliche Kündigungsfristen

ein gültiger Grund vorliegt, hängt die Dauer der erforderlichen Kündigungsfrist davon ab, wie lange der Mieter ununterbrochen in der Immobilie gewohnt hat:

MietdauerKündigungsfrist
Bis zu 5 Jahre3 Monate
5 bis 8 Jahre6 Monate
Mehr als 8 Jahre9 Monate

Damit die Kündigung zum Ende des folgenden Monats wirksam wird, muss das Kündigungsschreiben den Mieter bis zum dritten Werktag des primären Monats physisch erreichen.

Außerordentliche Kündigung (Fristlose Kündigung)

In Fällen schwerwiegender Streitigkeiten oder Vertrauensbrüchen kann der Vermieter das Mietverhältnis fristlos, d.h. ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist, beenden.

Gründe für eine sofortige Räumung

  • Mietrückstände: Der Mieter ist an zwei aufeinanderfolgenden Terminen mit der vollständigen Miete für zwei Monate im Rückstand, oder er ist an zwei aufeinanderfolgenden Terminen mit einem nicht unerheblichen Teil der Miete im Rückstand (was bei Wohnraummietverträgen mehr als eine Monatsmiete bedeutet), oder er hat über einen Zeitraum von mehr als zwei Terminen eine kumulierte Schuld, die mindestens zwei Monatsmieten entspricht (§ 543 BGB, § 569 BGB).
  • Schwere Störung des Hausfriedens: Beharrliche und schwerwiegende Verstöße gegen die Hausordnung trotz formeller schriftlicher Abmahnungen.
  • Gefährdung der Mietsache: Schwere Vernachlässigung, die zu einem erheblichen materiellen Risiko für die Immobilie führt.
  • Unerlaubte Untervermietung: Überlassung der Wohnung an unbefugte Dritte ohne Erlaubnis.

Schonfristzahlung: Das deutsche Recht bietet Mietern gemäß § 569 Abs. 3 Nr. 2 BGB ein einmaliges Sicherheitsnetz. Wird ein Mietverhältnis wegen Mietrückständen gekündigt, kann der Mieter die Kündigung unwirksam machen, wenn er die gesamte Schuld innerhalb von zwei Monaten nach Zustellung einer formellen Räumungsklage begleicht. Diese Verteidigung kann nur einmal alle zwei Jahre angewendet werden.

Die Räumungsklage (Räumungsklage)

Weigert sich ein Mieter, die Immobilie nach Erhalt einer rechtlich gültigen Kündigung freiwillig zu räumen, ist es dem Vermieter strengstens untersagt, eine „Selbsthilfe-Räumung“ durchzuführen (z.B. Schlösser wechseln, Gegenstände entfernen). Stattdessen muss der Vermieter eine formelle Räumungsklage einreichen.

  1. Einreichung: Die Räumungsklage beim örtlichen Amtsgericht (in Bremen oder Bremerhaven) einreichen.
  2. Zustellung: Das Gericht stellt die Klage dem Mieter offiziell zu.
  3. Gerichtsverhandlung: Findet in der Regel innerhalb von 2 bis 4 Monaten statt.
  4. Urteil: Gewinnt der Vermieter, erlässt das Gericht einen vollstreckbaren Räumungstitel.
  5. Physische Räumung: Ein zugelassener Gerichtsvollzieher führt die Räumung durch.

Zeitrahmen: Der gesamte gerichtliche Räumungsprozess in Bremen dauert in der Regel zwischen 3 und 8 Monaten.

Die Härteklausel (Sozialklausel)

Gemäß § 574 BGB kann ein Mieter einer rechtmäßig gültigen Kündigung widersprechen, wenn das Verlassen der Wohnung für ihn oder seine Familie eine „unzumutbare Härte“ darstellen würde. Beispiele hierfür sind hohes Alter, schwere Krankheit oder Behinderung, fortgeschrittene Schwangerschaft oder Studenten, die Abschlussprüfungen ablegen. Das Gericht wägt die Härte für den Mieter gegen die berechtigten Interessen des Vermieters ab.

Best Practices für Vermieter

  • Formelle schriftliche Abmahnungen: Außer bei qualifizierten finanziellen Rückständen müssen Sie eine formelle schriftliche Abmahnung aussprechen, die eine Verhaltenskorrektur fordert, bevor Sie einen Vertrag wegen Pflichtverletzungen rechtmäßig kündigen können.
  • Schriftliche Kündigung: Alle Kündigungen müssen schriftlich erfolgen, offiziell unterschrieben sein und die Kündigungsgründe ausdrücklich detailliert darlegen.
  • Strategie der doppelten Kündigung: Wenn Sie eine „fristlose Kündigung“ aussprechen, sprechen Sie gleichzeitig eine „ordentliche Kündigung“ als Absicherung aus, falls das Gericht die sofortige Räumung ablehnt.

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