Thüringen: Mahngebühren und Mietrückstände – Regeln für Vermieter

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Dürfen Vermieter in Thüringen Mahngebühren erheben? Erfahren Sie mehr über deutsche Verzugszinssätze, zulässige Mahnkosten und die rechtlichen Schritte bei Mietrückständen.

Melvin Prince
4 Min. Lesezeit
Verifiziert May 2026Deutschland flag
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Rechtlicher Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken. Sie stellen keine Rechtsberatung dar und sollten auch nicht als solche herangezogen werden. Gesetze ändern sich häufig – überprüfen Sie immer die aktuellen Vorschriften und konsultieren Sie einen zugelassenen Anwalt in Ihrem Zuständigkeitsbereich für eine auf Ihre Situation zugeschnittene Beratung. Landager ist eine Immobilienverwaltungsplattform, keine Anwaltskanzlei.Informationen zuletzt verifiziert: May 2026.

Geregelt durch das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB), das seit dem 1. Januar 1900 in Kraft ist, müssen Vermieter in Thüringen den einheitlichen bundesweiten Rahmen für Mietrückstände einhalten. Im Gegensatz zu vielen englischsprachigen Ländern erlaubt Deutschland Vermietern nicht, pauschale Strafgebühren für verspätete Zahlungen bei Wohnraummietverhältnissen zu erheben; nur der tatsächlich nachgewiesene Schaden – ausgedrückt durch gesetzliche Verzugszinsen und nachgewiesene Mahnkosten – kann geltend gemacht werden, wenn ein Mieter zu spät zahlt.

Rechtlicher HaftungsausschlussDieser Leitfaden bietet allgemeine rechtliche Informationen. Mietgesetze können sich ändern. Konsultieren Sie immer einen zugelassenen Notar oder Anwalt in dieser Region.

Wann gerät der Mieter in Verzug?

Die Miete ist zu Beginn des Zeitraums, spätestens am dritten Werktag gemäß § 556b Abs. 1 BGB fällig.

  • Samstagsregel: Für die Berechnung des dritten Werktages werden Samstage nicht als Werktage gezählt (BGH, VIII ZR 291/09).
  • Unwirksame Klauseln: Vertragliche Klauseln in Wohnraummietverträgen, die eine frühere Mietzahlung als den dritten Werktag fordern oder die Pünktlichkeit der Zahlung vom Eingang der Gelder (anstatt der Initiierung der Überweisung) abhängig machen, sind gemäß § 307 BGB unwirksam (BGH, VIII ZR 222/15).

Nach Ablauf dieser Frist ohne Zahlung gerät der Mieter automatisch in Verzug – eine vorherige Mahnung ist gesetzlich nicht erforderlich (§ 286 Abs. 2 Nr. 1 BGB, da der Fälligkeitstermin kalendermäßig bestimmt ist).

Gesetzliche Verzugszinsen

Sobald der Mieter in Verzug ist, hat der Vermieter Anspruch auf gesetzliche Verzugszinsen gemäß § 288 BGB. Für Verbraucher (Wohnraummieter) beträgt der Satz:

5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz der Bundesbank pro Jahr

Zum 1. Januar 2026 beträgt der Basiszinssatz der Bundesbank 1,27%. Folglich beträgt der anwendbare Verzugszinssatz für Wohnraummieter 6,27% p.a. (gültig ab Mai 2026). Zinsen fallen täglich auf jeden ausstehenden, unbezahlten Betrag an.

Mahnkosten

Strafende „Mahngebühren“ in Wohnraummietverträgen sind nach deutschem Recht nicht durchsetzbar. Standardklauseln, die versuchen, diese aufzuerlegen, verstoßen gegen die Grundsätze des § 307 BGB und sind unwirksam.

Was Vermieter für das Versenden von Mahnschreiben rechtmäßig geltend machen können:

  • Erste Mahnung: Im Allgemeinen kostenlos – Gerichte sprechen oft keine Kosten für die erste Mahnung zu, da der Mieter bereits ohne Mahnung in gesetzlichem Verzug ist.
  • Zweite und nachfolgende Mahnungen: Vermieter können tatsächliche Auslagen geltend machen, typischerweise Porto plus Papier/Umschlag – in der Praxis ca. €2,50–€5,00 pro Schreiben.
  • Interner Verwaltungsaufwand ist in Wohnraumfällen in der Regel nicht als separater Posten erstattungsfähig.

Eskalationsschritte bei nicht zahlenden Mietern

Das deutsche Rechtssystem bietet Vermietern einen strukturierten Eskalationspfad, wenn ein Mieter gemäß § 543 Abs. 2 Nr. 3 BGB und § 569 BGB in Rückstand gerät:

SchrittWann anzuwendenHinweise
Schriftliche ZahlungsaufforderungUnmittelbar nach versäumter ZahlungSetzt eine Frist; schafft Beweise
ZahlungsvereinbarungErstmals im RückstandVereinbarungen schriftlich festhalten
Formelle KündigungsandrohungAnhaltende RückständeHinweis, dass Kündigung folgen kann
Fristlose Kündigung2 Monatsmieten im RückstandGültig bei Verzug für 2 aufeinanderfolgende Monate oder wenn die Gesamtrückstände 2 Monatsmieten erreichen
RäumungsklageMieter weigert sich auszuziehenEinreichung beim zuständigen Amtsgericht in Thüringen

Den vollständigen Räumungsprozess finden Sie im Leitfaden Räumungsprozess.

Die Regelung zur "Schonfristzahlung"

Deutschland gewährt Wohnraummietern ein gesetzliches Recht gemäß § 569 Abs. 3 Nr. 2 BGB, eine fristlose Kündigung (wegen Mietrückständen) unwirksam zu machen, wenn der Mieter alle ausstehenden Mieten und Verzugszinsen innerhalb von zwei Monaten nach Zustellung der Räumungsklage vollständig begleicht.

Wichtige rechtliche Unterscheidung: Dieser 'Heilungseffekt' gilt nur für die außerordentliche Kündigung und berührt eine gleichzeitig ausgesprochene ordentliche Kündigung nicht (BGH, VIII ZR 106/23). Dieses Recht kann nur einmal alle zwei Jahre ausgeübt werden.

Praktische Implikation für Vermieter: Selbst nach Ausspruch einer fristlosen Kündigung und Einreichung der Räumungsklage wird die außerordentliche Kündigung durch die vollständige Zahlung des Mieters innerhalb des Zweimonatsfensters unwirksam. Vermieter sollten dennoch immer eine gleichzeitige ordentliche (Frist-)Kündigung als Absicherung aussprechen.

SEPA-Lastschrift – eine praktische Lösung

Eine der effektivsten Methoden zur Vermeidung von Zahlungsverzügen ist die Aufnahme eines SEPA-Lastschriftmandats in den Mietvertrag, das den Vermieter ermächtigt, die Miete monatlich automatisch einzuziehen. Dies eliminiert die Abhängigkeit von der Eigeninitiative des Mieters und reduziert die Rückstandsquoten erheblich.

Wie Landager hilft

Landager benachrichtigt Sie sofort, wenn eine Mietzahlung überfällig ist, und verfolgt die Anzahl der Verzugstage in Ihrem Thüringer Portfolio. Es berechnet automatisch aufgelaufene Verzugszinsen und erstellt vorformatierte Mahnschreiben, sodass Sie schnell und rechtskonform eskalieren können.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Regeln gelten für Verzugszinsen und Mahngebühren in Thüringen?

Thüringen hat spezifische Regelungen bezüglich Mahngebühren und Sanktionen bei Mietrückständen. Diese können verbindliche Schonfristen, Obergrenzen für Gebührenbeträge und Beschränkungen bei Zinsforderungen beinhalten. Bitte prüfen Sie sowohl die landesrechtlichen als auch die bundesweiten Vorschriften auf ihre Anwendbarkeit.

Was sind die wesentlichen mietrechtlichen Bestimmungen in Thüringen?

Thüringen ist eines der sechzehn Bundesländer Deutschlands, zu dessen bedeutendsten Städten Erfurt (die Landeshauptstadt), Jena, Gera und Weimar zählen. Das Mietrecht in Deutschland ist primär auf Bundesebene durch das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) geregelt. Thüringen hat jedoch mit der Thüringer Mietpreisbegrenzungsverordnung (ThürMiSchuV) eigene landesrechtliche Regelungen erlassen, die spezifische Mietpreisbremsen für Erfurt und Jena festlegen, welche jeder Vermieter in diesen Städten kennen muss. Dieser Leitfaden behandelt die wesentlichen Compliance-Anforderungen für Immobilieneigentümer und Vermieter.

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Wie gestaltet sich das Räumungsverfahren für Vermieter in Thüringen?

Das Räumungsverfahren in Thüringen erfordert, dass Vermieter die durch Landes- und Bundesrecht festgelegten formellen Rechtswege einhalten. Zulässige Gründe sind in der Regel Mietrückstände, Vertragsverletzungen oder Eigenbedarf des Vermieters. Vermieter müssen eine ordnungsgemäße schriftliche Kündigung aussprechen, erforderliche Fristen zur Mängelbeseitigung einhalten und gegebenenfalls einen gerichtlichen Räumungstitel erwirken.

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Welche Regeln gelten für Mieterhöhungen in Thüringen?

In Thüringen gelten spezifische Vorschriften darüber, wann und wie Vermieter die Miete erhöhen dürfen. Diese können Obergrenzen für den Erhöhungsprozentsatz, Mindestkündigungsfristen und Beschränkungen der Häufigkeit umfassen. Da diese Regeln von den nationalen Standards abweichen können, müssen Vermieter die landesrechtlichen Bestimmungen prüfen.

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Welche Vorschriften gelten für die Mietkaution in Thüringen?

Die Kautionsregelungen in Thüringen bestimmen, wie hoch die Kaution sein darf, wie sie anzulegen oder zu schützen ist und welche Fristen für die Rückzahlung nach Beendigung des Mietverhältnisses gelten. Vermieter müssen bei Abzügen eine detaillierte Aufstellung vorlegen und alle landes- und bundesgesetzlichen Fristen einhalten.

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Welche Anforderungen gelten für Mietverträge in Thüringen?

Mietverträge für Wohnraum in Thüringen müssen sowohl dem Landes- als auch dem Bundesrecht entsprechen. Zu den erforderlichen Angaben gehören in der Regel die Namen beider Vertragsparteien, die Objektbeschreibung, die Miethöhe und Zahlungsmodalitäten, Kautionsdetails, die Mietdauer sowie die Verteilung der Instandhaltungspflichten.

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Welche Instandhaltungspflichten haben Vermieter in Thüringen?

Vermieter in Thüringen sind verpflichtet, Mietobjekte in einem bewohnbaren Zustand zu erhalten und sicherzustellen, dass die Bausubstanz, Sanitär- und Elektroinstallationen sowie wesentliche Versorgungsleistungen ordnungsgemäß funktionieren. Landesrechtliche Vorschriften in Thüringen können über den nationalen Standard hinausgehende Anforderungen stellen.

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Welche Offenlegungspflichten haben Vermieter in Thüringen?

Vermieter in Thüringen müssen potenziellen Mietern vor Unterzeichnung des Mietvertrags relevante Informationen zum Objekt offenlegen. Zu den erforderlichen Angaben können bekannte Mängel, Umweltgefahren, frühere Schäden sowie alle Umstände gehören, die die Nutzung des Mietobjekts durch den Mieter beeinträchtigen, dies in Übereinstimmung mit Landes- und Bundesrecht.

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