Mahngebühren & Zahlungsverzug Niedersachsen: Vermieterrechte
Welche Gebühren können Vermieter in Niedersachsen bei Zahlungsverzug erheben? Einschränkungen bei Mahnkosten, Verzugszinsen und Abmahnungen.
Rechtlicher Haftungsausschluss
Diese Inhalte dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken. Sie stellen keine Rechtsberatung dar und sollten auch nicht als solche herangezogen werden. Gesetze ändern sich häufig – überprüfen Sie immer die aktuellen Vorschriften und konsultieren Sie einen zugelassenen Anwalt in Ihrem Zuständigkeitsbereich für eine auf Ihre Situation zugeschnittene Beratung. Landager ist eine Immobilienverwaltungsplattform, keine Anwaltskanzlei.Informationen zuletzt verifiziert: May 2026.
Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB), in Kraft seit dem 1. Januar 1900, bildet den einheitlichen Rechtsrahmen für Mahngebühren und Zahlungsverzug in ganz Deutschland. Zahlungsausfälle stellen ein erhebliches wirtschaftliches Risiko für private und gewerbliche Vermieter dar. In Deutschland tritt bei Mietrückständen für Wohnraum der gesetzliche Zahlungsverzug (§ 286 BGB) sehr schnell und automatisch ein. Allerdings gelten strenge Verbraucherschutzanforderungen für Mahngebühren.
Rechtlicher HaftungsausschlussDieser Leitfaden bietet allgemeine rechtliche Informationen. Mietgesetze können sich ändern. Konsultieren Sie immer einen zugelassenen Notar oder Anwalt in dieser Region.
Wann gerät ein Mieter in Verzug?
Die Miete muss gemäß den gesetzlichen Bestimmungen (§ 556b BGB) im Voraus, spätestens bis zum dritten Werktag des laufenden Monats, gezahlt werden. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) ist der Zahlungseingang auf dem Vermieterkonto nicht mehr zwingend entscheidend: Der Überweisungsauftrag muss vom Mieter fristgerecht bis zum dritten Werktag erteilt werden.
Geht die Zahlung nicht rechtzeitig beim Vermieter ein, gerät der Mieter automatisch in Zahlungsverzug – eine Mahnung des Vermieters ist in diesem Fall nicht einmal zwingend erforderlich, um rechtliche Konsequenzen auszulösen.
Begrenzung der Mahngebühren ("Verzugsgebühren")
In den USA oder Großbritannien sind hohe pauschale Verzugsgebühren (im Sinne von 50 oder 100 Dollar) oft üblich. Das deutsche Rechtssystem (BGB) sieht solche willkürlichen Pauschalstrafen nicht vor. Eine Klausel in einem Mietvertrag, die eine Pauschalgebühr von beispielsweise 25 Euro für eine zurückgewiesene Lastschrift oder eine Mahnung festlegt, ist aufgrund von Unangemessenheit (§ 307 BGB) rechtlich unwirksam.
Was kann berechnet werden?
- Tatsächliches Porto/Material: Im Falle einer schriftlichen Mahnung dürfen Vermieter nur den tatsächlich entstandenen Schaden ("Porto, Papier, Umschlag") als pauschale "Mahngebühren" berechnen. Das zuständige Amtsgericht in Niedersachsen akzeptiert typischerweise Werte zwischen 2,50 Euro und 3,00 Euro pro Mahnschreiben. Eigene Personal-, Verwaltungs- oder Arbeitszeitkosten des Vermieters dürfen nicht in Rechnung gestellt werden.
- Gebühren für zurückgewiesene Lastschriften: Scheitert eine SEPA-Lastschrift vom Konto des Mieters mangels Deckung, dürfen die reinen Bankgebühren, die der Bank des Vermieters belastet wurden, weitergegeben werden.
Forderung von Verzugszinsen (§ 288 BGB)
Gerät der Mieter in Verzug, kann der Vermieter einen Zinsanspruch geltend machen.
- Wohnraummiete (Verbraucher): Der Verzugszinssatz beträgt 5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz pro Jahr. (Hinweis: Ist der Basiszinssatz negativ, reduziert dies den effektiven Aufschlag; der Basiszinssatz wird halbjährlich von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht).
- Die Zinspflicht beginnt an dem Tag, an dem der Mieter in gesetzlichen Verzug gerät.
Um den Weg für eine Kündigung rechtlich vorzubereiten (z. B. vor Einreichung einer außerordentlichen fristlosen Kündigung gemäß § 543 und § 569 BGB wegen Erreichens von 2 Monatsmieten Rückstand), ist ein sorgfältig dokumentierter Mahnlauf erforderlich. Obwohl eine Mahnung für das tatsächliche Eintreten des Verzugs nicht erforderlich ist, sollten Mahnungen idealerweise per Einschreiben (Einwurfeinschreiben) versandt werden, um den Mieter rechtlich abzumahnen oder die Räumungsklage (ausschließlich beim Amtsgericht gemäß § 23 Nr. 2a GVG einzureichen) abzusichern.
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